„Mechanische Kühlung ermöglicht wesentlich höhere Erträge“

Geraats Aardappelen

Kartoffeln bis Juli gut lagern

ABNAHME
Oktober 2018
ORT
Baexem
KUNDE
Geraats Aardappelen

Eine neue mechanische Lagerlösung, um Kartoffeln von der Außenluft unabhängig zu kühlen, zu trocknen und zu lagern. Die Brüder Bert und Johan Geraats von Geraats Aardappelen lagern jährlich circa 30.000 Tonnen Pommes-frites-Kartoffeln her. Bis Abnehmer ihre Produkte für die Weiterverarbeitung zu Pommes-frites-Produkten abholen, liegen die Kartoffeln in zwei nagelneuen Lagerschuppen: die eine Hälfte in einem luftgekühlten Lager und die andere Hälfte in einem mechanisch gekühlten Lager. Während das Lagersaison besuchte ENGIE mehrmals das Unternehmen. Sind bei den Kartoffeln aus den beiden Lagern nach vier Monaten Qualitätsunterschiede erkennbar?

Wie können wir unsere Kartoffeln möglichst lange lagern, ohne Qualität Verluste hinnehmen zu müssen? Die mechanische Lagerlösung von ENGIE Refrigeration bietet eine Antwort auf die Frage von Geraats Aardappelen. Jetzt ist es kein Problem mehr, wenn es draußen zu warm oder zu feucht ist. Denn die Kartoffeln werden in einem nahezu vollständig geschlossenen Raum gelagert. Aufgrund der stabilen Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und des CO2-Werts bleiben die Kartoffeln bis zum Sommer möglichst frisch.

Keimfreudig
Produkte lange frisch zu halten, stellte früher ein großes Problem für Geraats dar. Grund hierfür war vor allem der Sandboden im Limburger Dorf Baexem. „Während sich eine Kartoffel, die in Lehmboden angebaut wurde, aufgrund ihrer dickeren Schale und festeren Struktur bei der Lagerung viel ruhiger verhält, ist eine Kartoffel, die aus Sandboden stammt, wesentlich keimfreudiger“, erläutert Bert Geraats. Ferner führt das heutige Klima mit seinen Temperaturschwankungen zu übermäßigem Feuchtigkeitsverlust oder zu einer zu hohen CO2-Produktion der Kartoffel. Dies ist der Frittierqualität der Kartoffeln nicht zuträglich.

Auch das Lagerverfahren der Brüder bringt Herausforderungen mit sich. „Die als Schüttgut gelagerten Kartoffeln bedürfen größerer Aufmerksamkeit als Kartoffeln, die in Kisten aufbewahrt werden. „Unsere Kartoffeln liegen auf einem großen Haufen aufeinander. Wird einer Kartoffel Feuchtigkeit entzogen, schrumpft sie, und Druckstellen entstehen. Ein beschädigtes Produkt fängt an zu faulen und infiziert die benachbarten Kartoffeln. Wenn in einem fünf Meter hohen Stapel ein Fäulnisnest entsteht, muss der ganze Stapel entsorgt werden und geht die ganze Menge verloren.“

Das ganze Jahr über gute Qualität
Mit der mechanischen Kühlung hat ENGIE diesen Problemen ein Ende bereitet. Geraats: „Sieben Grad bleiben sieben Grad. Und wenn der CO2-Gehalt 4.000 ppm überschreitet, saugt das System den Überschuss ins Freie ab. Die stabilen Bedingungen gewährleisten einen optimalen Feuchtigkeitshaushalt der Kartoffeln und halten Druckstellen in Schach. Fäulnisnester haben so keine Chance!“

Ein weiterer Vorteil des geschlossenen Systems ist, dass das biologische keimhemmende Mittel weniger schnell verfliegt. „Hierdurch benötigen wir weniger davon als bei der luftgekühlten Lagerung,“ sagt Geraats. Das sind beachtliche Einsparungen.

Wesentlich höherer Ertrag
Alle zwei Wochen entnimmt Geraats Aardappelen den in beiden Lagern aufbewahrten Kartoffeln Proben. Das Ergebnis der letzten Prüfung? „Während der Feuchtigkeitsverlust der Kartoffeln aus dem luftgekühlten Lager in der ganzen Saison circa 10% beträgt, beläuft er sich bei den Kartoffeln aus der mechanischen Kühlung bis jetzt auf 1,2 bis 1,5%. Dies entspricht unserem gewünschten Ergebnis,“ erzählt Geraats begeistert.

ENGIE erwartet am Ende der Lagersaison eine Austrocknung von weniger als 3 %. Obwohl die Kartoffeln noch einige Monate im Lager bleiben, wird die Austrocknung diesen Wert voraussichtlich nicht überschritten. Ein großer Pluspunkt für die Brüder. Geraats: „Je weniger Feuchtigkeit verlorengeht, desto weniger schrumpft die Kartoffel und desto geringer sind Qualitäts- und Gewichtsverluste. Ausgehend von der Anzahl Kilos, die wir produzieren, führt das zu einem wesentlich höheren Ertrag. Das darf man nicht unterschätzen. Obwohl es eine Herausforderung bleibt, sieht es ganz danach aus, dass wir unsere Kartoffeln bis Juli lagern können, ohne dass sie keimen. Unsere Abnehmer in der Pommes-frites-Branche können dann das ganze Jahr über sicher sein, dass sie knackige Kartoffeln erhalten, die beim Frittieren goldgelb werden.“

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