„Höherer Chicorée-Ertrag beginnt bei der richtigen Lagerung der Chicorée-Wurzeln“

Chicorée-Erzeugungsbetrieb Nature’s Gold

Kontrollierte Regulierung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftzirkulation

ABNAHME
September 2018
ORT
Zundert
KUNDE
Chicorée-Erzeugungsbetrieb Nature’s Gold

 

 

Wenn eine Chicorée-Wurzel nach zehn bis zwölf Monaten Lagerung immer noch in tadelloser Verfassung ist, wächst daraus eine erstklassige Pflanze. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass Gijs van Dongen, Geschäftsführer des Chicorée-Erzeugungsbetriebs Nature’s Gold, die Lagerung selbst übernahm. So hat er maximale Kontrolle über die Qualität seines Produkts. Seine vier neuen Lagerzellen wurden von ENGIE Refrigeration mit einer zukunftsweisenden, nachhaltigen Kühlanlage ausgestattet.

Sicherheit, darum ging es Van Dongen. Er wollte sich nicht nur auf qualitativ gute Wurzeln nach der Lagerung verlassen können, sondern auch auf das europäische Verbot synthetischer Kältemittel vorbereitet sein. Das natürliche Kältemittel Ammoniak bot Sicherheit im weitesten Sinne des Wortes. „Energietechnisch gesehen ist Ammoniak das beste Kältemittel, das es gibt. Das bietet nicht nur lang-, sondern auch kurzfristig einen Vorteil. Dank Energieinvestitionsbeihilfe kann Van Dongen nämlich einen großen Teil des Investitionsaufwands vom Gewinn abziehen“, erzählt ENGIE-Projektleiter Frank Vanaert. „Außerdem lassen sich mit den Eigenschaften von Ammoniak minimale Temperaturunterschiede realisieren. Und diese stabilen Betriebsbedingungen sind genau das, was Chicorée-Wurzeln brauchen.“

Minimale Temperaturunterschiede
Kälte bringt die Aktivität in der Wurzel zum Erliegen. Mit einer Temperatur von -2 °C in den Lagerzellen versetzt Van Dongen jährlich vier Millionen Kilo Chicorée-Wurzeln in den Winterschlaf. So bleibt jeder Wurzel während der Lagerung die Energie erhalten, die sie in der nächsten Phase, dem Antreiben des Chicorée, braucht, um eine starke Pflanze zu werden. Aber die Chicorée-Wurzel ist ein lebendes Produkt. Sie will wachsen und produziert dadurch Wärme. „Die Erfahrung zeigt, dass zwischen der kältesten und der wärmsten Stelle in der Zelle ein Temperaturunterschied von 1 °C entstehen kann“, sagt Van Dongen. „Das Einblasen zusätzlicher kalter Luft trocknet die an der Außenseite und oben gelagerten Wurzeln aus. Die Folge: Verluste und höhere Energiekosten. Die Kunst ist daher, die Temperatur in der gesamten Zelle gleichmäßig zu halten.” 

Gleichmäßige Luftverteilung
Neben Kühlung spielt auch eine gute Luftverteilung eine wichtige Rolle, folgert Vanaert. „Luft ist schwierig zu steuern, vor allem in großen Zellen wie bei Nature‘s Gold. Hinzu kommt, dass die Luftfeuchtigkeit für die durstigen Wurzeln konstant 100 % beträgt. Die feuchte, kühle Luft schlägt sich überall nieder und vereist Ventilatorblätter und die obersten Kisten mit Wurzeln. Aber diese Probleme können wir mit mechanischer Kühlung vermeiden.“ 

Das Geheimnis einer gleichmäßigen Luftzirkulation? Energieeffiziente EC-Motoren mit verstellbarer Drehzahl, deren Leistung sich abwechselnd verändert. Vanaert: „Erst blasen sie einige Minuten lang mit voller Leistung, danach mit 70 %, dann mit 50 % und so weiter. Das spart Energie und noch wichtiger: Dadurch kommt die Luft überall hin und es gibt keine toten Winkel.“ Auch die Art des Stapelns trägt zu einer homogenen Luftverteilung bei. Ein zusätzlicher Spalt von 30 Zentimetern zwischen den Kistenstapeln sorgt für einen kontinuierlichen Luftstrom entlang allen Wurzeln. So weiß Van Dongen genau, dass die Chicorée-Wurzeln links und rechts in der Zelle genauso kalt sind wie die oben und unten. 

Mehr Ertrag
„Die Regulierung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftzirkulation während der Lagerung wird immer wichtiger“, erläutert Van Dongen. „Durch die immer extremeren Wetterbedingungen verändert sich die Qualität der Wurzeln, die draußen gezüchtet werden. Bei den kontrollierten Lagerbedingungen erholen sich sogar qualitativ minderwertigere Wurzeln. Auf diese Weise kann ich meine Chicorée-Wurzeln mit guten Resultaten bis zu einem Jahr lang aufbewahren“, so Van Dongen.

Nach der Lagerung erfolgt das Antreiben des Chicorée. Die Chicorée-Wurzeln werden erneut gepflanzt, sehr dicht beieinander mit einer Schicht Erde darüber. Für diese Zellen stellte ENGIE auch eine Ammoniak-Kühlanlage her. 

Vanaert: „Der Kühlblock für die Luftbehandlungsschränke ist maßgefertigt, sodass wir Ammoniak statt Glykol verwenden konnten. Die Kühlung läuft konstant und erzeugt viel Wärme. Mit einer Wärmerückgewinnungsanlage (WRG) pumpen wir die Restwärme der Anlage zurück und erwärmen den Produktionsraum. Das spart Gas und Elektrizität.“ Und da wir gerade dabei sind: Beide Kühlanlagen verbrauchen 40 % weniger Energie als jede andere Anlage. Darauf hatte Van Dongen nur eines zu erwidern: „Volles Lob für ENGIE.“ 

Verwandte Themen