Fleischim- und -exporteur Jan Zandbergen

„Den größten Mehrwert verdankt die neue Anlage ihrer Zuverlässigkeit“

Schrittweise zu NH3 und Wärmerückgewinnung

ABNAHME
Frühjahr 2015
ORT
Veenendaal
KUNDE
Jan Zandbergen BV

Millionen von Kilogramm Fleisch gekühlt und gefroren halten und zugleich das Kältemittel austauschen: Jan Zandbergen stellte sich gemeinsam mit ENGIE Refrigeration dieser Herausforderung, wobei in drei Phasen vorgegangen wurde. 2006 wurde das bestehende Gebäude um ein Tiefkühllager und Kühlräume erweitert. Hierfür wurde eine Kälteanlage auf Ammoniakbasis entworfen, die sich zu gegebener Zeit erweitern lässt. Der Umstieg auf vollständigen NH3-Betrieb erfolgte im Jahr 2010. Ab diesem Zeitpunkt wurden auch die Möglichkeiten für die Wärmerückgewinnung genutzt. 2014 folgte eine erneute Erweiterung, dieses Mal um das neue Tiefkühllager. 

Eine gute Basis ist zukunftssicher

Jan Zandbergen liefert Fleisch an Abnehmer in Industrie, Foodservice und Einzelhandel. Außer Kalb- und Schweinefleisch aus der Europäischen Union werden jede Woche Dutzende von Seecontainern mit Rind-, Lamm- und Geflügelfleisch aus allen Kontinenten nach Veenendaal geliefert. Dort wird das Fleisch zu den gewünschten Halbfabrikaten verarbeitet, in Gefriertunneln gefrostet oder am Stück verkauft. Vom Import über die Lagerung und Verarbeitung bis hin zur Distribution von Fleisch und Fleischprodukten hat das Unternehmen die gesamte Lieferkette unter Kontrolle und unter einem Dach.

2006 erlebte der Fleischimporteur ein starkes Wachstum, infolgedessen die Kühlkapazität der Freonanlage nicht mehr ausreichte. „Also haben wir beschlossen, anzubauen. Nach Besuchen bei mehreren Auftraggebern von ENGIE baten wir sie, einen Entwurf für eine neue, separate und energieeffiziente Kälteanlage auszuarbeiten“, berichtet Dick de Vries, Facility-Manager bei Jan Zandbergen. Mit der Folge, dass das Unternehmen noch im selben Jahr parallel mit zwei Systemen betrieben wurde: teilweise mit der alten Freonanlage und teils mit der neuen NH3-Anlage.

Der nächste Schritt wurde 2009 getan, als Jan Zandbergen im warmen Sommer dieses Jahres Probleme mit dem R22-System bekam. Die Entscheidung für eine vollständige Umstellung auf Ammoniak war schnell getroffen. „Für ein schnell expandierendes Unternehmen wie Jan Zandbergen ist es wichtig, in die Zukunft zu blicken. Wenn man erweitern oder Komponenten ankoppeln will, muss die Basis der Anlage gut sein. Nur dann ist ein weiteres Wachstum möglich“, so Willy van Leeuwen, Projektmanager bei ENGIE. „Bei der Erweiterung der Kühl - und Gefrierzellen im Jahr 2006 zogen wir bereits die Möglichkeit eines allmählichen Ausstiegs aus dem Kältemittel R22 in Betracht. Die Leitungen, die für den vollständigen Umstieg auf NH3 benötigt wurden, waren beim Bau im Jahr 2006 schon in großen Zügen mitberücksichtigt worden. Der Ausstieg aus R22 ging dann auch rasch über die Bühne.“

Warmlaufen für die Wärmerückgewinnung

Der Umstieg auf eine zentrale Kälteanlage wurde gleich dazu genutzt, die zusätzlichen Möglichkeiten für die Wärmerückgewinnung zu sondieren. Van Leeuwen erklärt seinen Vorschlag: „Bei Kühlprozessen entsteht viel Wärme. Mit einem intelligenten System lässt sich ein großer Teil dieser Wärme auskoppeln und für andere Zwecke nutzen.“ Pro Tag verbrauchte Jan Zandbergen 60 Kubikmeter warmes Wasser für Reinigungsprozesse. Wenn er die Restwärme aus dem System für die Aufheizung von Wasser auf 55 C° nutzten würde, könnte Jan Zandbergen viel Gas einsparen. Das erforderte allerdings eine zusätzliche Investition.

„Der Vorschlag von ENGIE hat uns dann überzeugt“, berichtet de Vries. „Der Wärmeakku mit 22 Kubikmetern kann auf- und entladen. Damit heizen wir das Wasser für die Reinigung und die Kistenwaschanlagen vor. Unser wöchentlicher Erdgasverbrauch hat sich dadurch von 3500 auf 1200 Kubikmeter verringert. Eine erhebliche Einsparung. Wenn man dann noch den Steuerabzug für Energieinvestitionen berücksichtigt, hat sich die Investition bei uns in weniger als drei Jahren amortisiert.“

Neues Tiefkühlhaus

Der zukunftsorientierte Entwurf der NH3-Anlage bewies 2014 wieder seinen Nutzen. Jan Zandbergen erweiterte erneut seine Lagerkapazität und schloss das neue Tiefkühlhaus an die vorhandene NH3-Anlage an. Mit dem neuen, vollautomatischen Tiefkühlhaus konnte das Unternehmen zusätzlich zur vorhandenen Lagerkapazität von 10.000 Tonnen tiefgekühltem und 450 Tonnen frischem Fleisch weitere 15.000 Tonnen Tiefkühlprodukte lagern. Damit wurde Jan Zandbergen eines der größten Lagerhaltungsunternehmen für Fleisch in Europa. 

De Vries: „Tagtäglich hält die NH3-Anlage 20 Millionen Kilogramm Fleisch kalt. Mit vier Kompressoren und drei verschiedenen Temperaturzonen in einem Gefrier-, Tiefkühl-, Kühl- und Temperierungssystem. Den größten Mehrwert verdankt die neue Anlage ihrer Zuverlässigkeit. Über Smartphones bekommen wir die Temperaturschwankungen oder eventuellen Störungen sogar von zu Hause aus schnell in den Griff. Andernfalls steht uns rund um die Uhr der Kundendienst von ENGIE zur Verfügung.“ 

Obwohl sich die Tiefkühlkapazität erhöht hat, ging der monatliche Stromverbrauch um 30.000 kWh zurück. Van Leeuwen: „Auch für die Auftau- und Temperierungsprozesse wird Abwärme, beispielsweise aus der Kälteanlage, verwendet. Aber nicht nur der Entwurf führt zu einer Senkung der Stromkosten. Auch der Kunde selbst kann hier noch mehr erreichen. So lässt sich auch durch die phasenweise Kühlung von Räumen Energie einsparen.“ De Vries ergänzt: „Auf Empfehlung von ENGIE untersuchen wir ständig die Möglichkeiten für phasenweises Kühlen. Durch intelligenten Umgang hiermit lässt sich die Effizienz erhöhen.“

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